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Selbsthilfe - Die Angst


Die neurotische Angst ist das Schicksal der Menschen, die viel nachdenken. So haben meistens eher intellektuelle Menschen Angst. Die Angst ist destruktiv. Sie zerstört nicht nur die Persönlichkeit, sondern bestimmt diktatorisch die Handlungen des Menschen. Im Gegenteil zu einer natürlichen Angst vor einer tatsächlichen Gefahr, ist die neurotische Angst eine Reaktion auf eine Gefahr, die nicht existiert. Dabei ist die neurotische Angst auf keinen Fall bloss eine Phantasie, sie beruht auf gewaltiger innerer Anspannung und entsteht als Folge der ständig wiederholenden negativen Emotionen.

Die Symptome der neurotischen Angst sind allgemein bekannt, da sie sich auch physisch deutlich äussern: Zittern, Herzklopfen, Bauchkrämpfe (mir dreht sich der Magen um), Schwäche, Schwindel (ich verliere den Boden unter den Füssen), Erstickungsgefühl (ein Kloss im Hals), Rückenschmerzen (ich trage eine Last mit mir herum) usw.

Auch wenn die neurotische Angst objektiv gesehen absurd ist, begleitet sie den erkrankten Mensch oft rund um die Uhr. Kein einziger Tag verstreicht ohne Panik, Zweifel, Verwirrung und Katastrophen – Vorstellungen. Das Leben wird zu einem einzigen Selbstkampf. Die Betroffene fangen an, Zwangsrituale zu erfinden, sie sprechen zu ihrer Angst, schreien ihre Angst an, versuchen ihre Angst hundert mal am Tag von ihren Händen abzuwaschen und mit stärksten Desinfektionsmitteln von allen Gegenständen wegzuputzen, beschreiben ihre Angst ausführlich in ihren Tagebücher, verstecken ihre Angst, indem sie sich aus dem sozialen Leben völlig zurückziehen. Die erkrankte Person hat den Eindruck, allein an dieser absurden Neurose zu leiden, dabei ist das Wort "Angst" der meist in das Suchfeld von Google eingegebene Begriff überhaupt.

Wie entsteht diese Angst? Diesen Zustand kann man mit einem Ohrwurm vergleichen, mit einer Melodie, die nicht aus dem Kopf geht. Am Anfang war eine Aussage, sogar nur ein Wort, eine Abmahnung, eine bewusste oder unbewusste eigene oder fremde Handlung, die zu der bestimmten fixen Idee geführt hat. Diese Idee kann alle grossen Bereiche berühren: Religion, Sexualität, Familie, Krankheit, Tod, Perfektion, Hygiene, Verantwortung usw.

Der Betroffene ist seines Zustandes voll bewusst und versucht von ihm zu flüchten, um nicht mehr denken und leiden zu müssen. Dabei wird Selbstmord leider viel zu oft als einzige mögliche Lösung empfunden. Viele erkrankte Personen suchen Trost im Alkohol, versuchen ihre Angst mit Drogen und verschreibungspflichtigen Medikamenten zu dämpfen, was meistens in einer anderen Sucht endet. Die Glücklichen unter ihnen finden die Erlösung im Wechsel des Wohnortes, Veränderung im Privatleben, Berufswechsel oder in einem erfüllenden Hobby.

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